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Proconsul - Evolution der Primaten

Steckbrief

Proconsul
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Geographie, Epoche
Zeitraum: Miozän
Verbreitung: Afrika

Proconsul ist die bekannteste Gattung von Menschenaffen (Hominoidea) aus dem Miozän Ostafrikas. Die Gattung ist namensgebend für die Familie Proconsulidae, zu der viele weitere Spezies gehören.

Es gibt drei allgemein anerkannte Arten innerhalb der Gattung Proconsul: Proconsul major (50 kg), Proconsul nyanzae (20-30 kg) und Proconsul africanus (15-20 kg). In neueren Systematiken sind noch die Arten Proconsul heseloni und Proconsul meswae verzeichnet.

Das Gebiss dieser drei Arten unterscheidet sich vor allem in der Größe, und es gibt erhebliche Diskussionen darüber, wie viele Arten von Proconsul an den verschiedenen Fundorten (Andrews, 1978; Kelley, 1986; Pickford, 1986) vertreten sind. Alle zeigen bei ihren Eckzähnen Geschlechtsdimorphismus und die Morphologie der Backenzähne deutet auf eine überwiegend aus Früchten bestehende Ernährung hin (Kay, 1977).

Der Geschlechtsdimorphismus aller Proconsul-Arten lässt vermuten, dass sie nicht in monogamen sozialen Gruppen lebten, wie man es bei einigen heutigen Menschenaffen beobachtet. Es gibt sehr wenig fossile Hinweise, in welcher Art und Weise diese miozänen Menschenaffen zusammenlebten.

Proconsul africanus

Proconsul africanus ist die kleinste Art der Gattung Proconsul, von ihm sind viele Schädelteile bekannt. Der Primat hat eine ausgeprägte Schnauze mit prominenten Knochenmänteln um die Wurzeln der Eckzähne und ein relativ robustes Jochbein. Das Gehirn ist ähnlich groß wie das eines großen Affen. Die Gehör-Region ist bei P. africanus identisch mit heutigen Menschenaffen und cercopithecoiden Affen. Die äußere Oberfläche des Gehirns hat ein primitives Furchenrelief, ähnlich wie Gibbons und cercopithecoiden Affen, aber es fehlen viele Gehirnmerkmale, wie man sie von heutigen Großen Menschenaffen kennt (Falk, 1983).

Von P. africanus gibt es auch ein fast vollständiges Skelett. Die Proportionen der Gliedmaßen sind mit einem Intermembral-Index von 89 affenähnlich. Im Vergleich zu heutigen Catarrhini hat P. africanus für seine (geschätzte) Körpergröße relativ kurze Gliedmaßen. Das gesamte Skelett zeigt eine Mischung aus menschenaffenähnlichen und primitiveren affenähnlichen Merkmalen (Walker und Pickford, 1983;. Beard et al, 1986). Es ähnelt heutigen Menschenaffen in Merkmalen wie der Form des distalen Teils des Humerus (Rose, 1988), der Robustheit der Fibula, der Gestaltung der Fußwurzelknochen und das Fehlen eines Schwanzes. Es fehlen aber auch viele charakteristische Merkmale der heute lebenden Menschenaffen, wie ein reduzierter Processus styloideus ulnare ?, ein kurzes ulnares Olekranon ? und lange gebogene Finger- und Zehenknochen. Andererseits zeigt Proconsul aber auch keine der detaillierten Skelettmerkmale von cercopithecoiden Affen, wie etwa eine schmale Ellenbogenregion. Das Skelett deutet darauf hin, dass sich P. africanus vierbeinig fortbewegte, wahrscheinlich lebte er auf Bäumen, es fehlen aber Merkmale für das Hangeln der Menschenaffen, genauso wie Merkmale für schnelles Laufen oder Springen fehlen, wie man es bei heutigen Altweltaffen beobachtet.

Proconsul major

Die Erkenntnisse über Proconsul major beruhen in erste Linie auf Gebissresten.

Proconsul nyanzae

Die Funde stammen aus dem Fort Ternan "B" Beds Member der Upper Koru Series Formation (Typlokalität: Fort Ternan ,ETE Locality 139, Central Nyanza, Kenia) und sind etwa 13,9 +/- 0,03 Millionen Jahre alt

Proconsul nyanzae ähnelt Proconsul africanus in verschiedenen allgemeinen Aspekten seines Skeletts, zeigt aber Anpassungen für eine mehr terrestrische Fortbewegung. Zum Beispiel erstreckt sich das Olecranon auf der Ulna nach hinten (posterior) anstatt in Richtung des Körpers (proximal).

Systematik

Literatur

T. Harrison and P. Andrews. 2009. The anatomy and systematic position of the early Miocene proconsulid from Meswa Bridge, Kenya. Journal of Human Evolution 56(5):479-496