0
0
Letzte Meldung:    Weltweite Bedrohung von Primaten betrifft uns alle   Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) fordern zusammen mit einem internationalen Expertenteam sofortige M....
Alles über Primaten
Lemuren und Loris
Koboldmakis
Neuweltaffen
Backentaschenaffen
Schlankaffen
Menschenaffen
Evolution

Lebensraum der Primaten: Wälder

Im Rahmen ihrer geografischen Verbreitung leben Primaten in einer Vielzahl von Lebensräumen wie Wüsten bis hin zu tropischen Regenwäldern. Nur wenigen abgehärteten Arten wie Schimpansen, Pavianen oder Senegal-Buschbabies gelingt es, erfolgreich Jahr für Jahr in trockeneren, nur spärlich bewaldeten Gebieten zurechtzukommen.

Die Mehrzahl der Arten lebt in sehr vielseitigen Wäldern, die von unterschiedlichem Klima, Höhe, Topographie und Bodenart, sowie von charakteristischen Pflanzen der jeweiligen Kontinente geprägt sind. Einige Vegetationsformen, in denen Primaten leben, sind primärer und sekundärer Regenwald, Galeriewälder, Mangrovenwälder, afrikanische „Woodlands” und Savannen.

Primärwälder sind in der Regel durch hohe Bäume (bis zu 80 m) und einem relativ kontinuierlich verlaufenden Kronenteppich gekennzeichnet, was einem intensiven Wettbewerb der vielen Baumarten um den Zugang zum Licht zugrunde liegt. Die dunklen, unteren Bereiche des primären Regenwaldes sind in der Regel relativ offenen und setzen sich in erster Linie aus Baumstämmen sowie lianenartigen Schling- und Klettergewächsen zusammen. Die Baldachine des primären Regenwalds werden gelegentlich durch sehr hohe Bäume oder durch Lücken unterbrochen, die durch umgestürzte Bäume verursacht wurden. Durch diese Lücken erreicht das Licht den Waldboden und ermöglicht es so dem Wald, sich ständig selbst zu erneuern.

Sekundärwälder zeichnen sich, ähnlich wie die Bereiche rund um umgestürzte Bäume, durch eine dichte, geschlossene Pflanzendecke und durch Helligkeit aus. Die Bereiche der Baumkronen in Sekundärwäldern verlaufen weniger kontinuierlich und sind durch eine Fülle von kleineren Bäumen und Klettergewächsen charakterisiert. Aufgrund des hohen Lichteinfalls sind sekundäre Wälder sehr reich an Blättern und Früchten.

Die afrikanischen "Woodlands" bestehen aus relativ kurzen, weiter voneinander wachsenden Laubbäumen, zwischen denen kontinuierlich Gräser und niedrige Sträucher gedeihen. Wenn der Baumbewuchs immer spärlicher wird, gehen die Woodlands allmählich in die Savanne über.

In vielen tropischen Regionen, in denen es relativ trocken ist, konzentrieren sich die Waldgebiete an Ufern von Flüssen und Seen. Diese Galeriewälder können im krassen Gegensatz zu den umliegenden Gebieten stehen, was sich u.a. in der Anwesenheit verschiedenartiger Tiere bemerkbar macht, die in diesen unterschiedlichen Lebensräumen anzutreffen sind.

Es gibt noch andere Möglichkeiten, um Wälder zu kategorisieren. So gibt es Hochland- und Tieflandregenwälder, Sumpfwälder, Bergwälder, Mangrovenwälder und Bambuswälder. Jede dieser Waldarten ist die Heimat verschiedener Primaten. In ihnen wachsen eine Reihe unterschiedlicher Bäume, in denen sie sich fortbewegen und schlafen und die ein von Jahreszeit zu Jahreszeit unterschiedliches Nahrungsangebot haben. Die Primaten, die diese Wälder bewohnen, müssen den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Viele der Verhaltensunterschiede heute lebender Primaten sind Anpassungen an die Vielfalt dieser Lebensräume.

Literatur

Mitani J. C., Rodman P. S. 1979. Territoriality: The relation of ranging pattern and home range size to defendability, with an analysis of territoriality among primate species. Behav. Ecol. Sociobiol. 5:241-251. DOI: 10.1007/BF00293673

Oates J. F. 1986. Food distribution and foraging behavior. In: B. B. Smuts, D. L. Cheney, R. M. Seyfarth, R. W. Wrangham, and T. T. Struhsaker (eds.) Primate Societies, pp. 11-24. Chicago: The Univeristy of Chicago Press.