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Letzte Meldung:    Weltweite Bedrohung von Primaten betrifft uns alle   Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) fordern zusammen mit einem internationalen Expertenteam sofortige M....
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Primaten und ihre Lebensräume

Nichtmenschliche Primaten kommen heute natürlicherweise auf fünf der sieben Kontinente vor. Es gibt keine anderen lebenden Primaten außer Menschen in der Antarktis oder Australien und es gibt keine Hinweise darauf, dass Primaten vor der Besiedlung durch den Menschen jemals entweder den einen noch den anderen Kontinent bewohnt hätten.

Während Primaten heute lediglich Randgebiete Europas (Gibraltar) und Nordamerikas (Mittelamerika, Süd-Mexiko) bewohnen, waren sie in der Vergangenheit auf beiden Kontinenten sehr viel weiter verbreitet. Gegenwärtig sind Afrika, Asien und Südamerika, sowie ihre umliegenden Inseln, die Heimat der meisten Primaten.

Ein paar abgehärtete Arten leben in gemäßigten Zonen, wo die Winter recht kalt sind (Südafrika, Nepal und Japan), aber diese Primaten bilden die Ausnahme. Die überwiegende Mehrheit lebt in den Tropen, wo die durchschnittlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bei weitem die durchschnittlichen Temperaturschwankungen von Jahreszeit zu Jahreszeit übersteigen. In diesen Klimazonen haben jahreszeitliche Änderungen der Niederschlagsmengen eine viel größere Auswirkung auf die Vegetation (und somit auf die Primaten) als die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen.

Primaten haben sich aus baumlebenden Säugetieren entwickelt, und so verbringen viele von ihnen auch heute noch die meiste Zeit ihres Lebens in den Bäumen. Die meisten Arten leben in tropischen Regenwäldern. Es hat sich gezeigt, dass die Zahl der Primaten in tropischen Gebieten mit der Niederschlagsmenge und der Ausbreitung des Regenwalds in Zusammenhang steht. Den Primaten fällt mit einem Anteil von 25% bis 40% aller Früchte fressenden Tiere des Regenwalds eine wichtige ökologische Rolle bei der Verbreitung von Samen vieler Baumarten zu.

Einige Arten leben teilweise auf dem Boden, wie Paviane und Husarenaffen, andere Arten leben komplett terrestrisch, wie Dscheladas und Menschen. Nicht-menschliche Primaten leben in einer Vielzahl bewaldeter Lebensräume, z.B. in den Regen-, Mangroven- und Bergwäldern der tropischen Breiten Afrikas, Indiens, Südostasiens und Südamerikas. Die Lebensräume von Primaten befinden sich in unterschiedlichen Meereshöhen: die Braune Stumpfnase lebt in den Hengduan-Bergen in Höhen von 4700 m, den Berggorilla kann man in 4.200 m beim Überqueren der Virunga-Berge beobachten, und die Dscheladas wurden im äthiopischen Hochland in Höhen von bis zu 5.000 m angetroffen. Obwohl die meisten Primaten in der Regel wasserscheu sind, gibt es ein paar gute Schwimmer unter ihnen, die in Sümpfen und Feuchtgebieten leben, wie etwa der Nasenaffe und die Brazzameerkatze. Die Sumpfmeerkatze hat sogar kleine Schwimmhäute zwischen den Fingern entwickelt. Einige Primaten, wie die Rhesusaffen und Hanumanlanguren, können sehr gut in von Menschen veränderten Umgebungen und sogar in Städten überleben.

Anders als andere Säugetiere wie etwa Katzen, Füchse und Kaninchen in Australien, hat der Mensch Primaten kaum in anderen Regionen eingeschleppt, sieht man einmal von den Mantelpavianen auf der Arabischen Halbinsel und möglicherweise den Berberaffen in Gibraltar ab. Trotzdem existieren kleine Gruppen in nicht natürlich angestammten Lebensräumen, wie beispielsweise eine Population der Grünen Meerkatze, die von afrikanischen Sklaven auf die Karibikinsel Saint Kitts mitgebracht wurde, oder eine Gruppe von Rhesusaffen, die im US-Bundesstaat Florida leben.