Bedrohungen:
Primaten als "bushmeat"
Eine neue, alarmierende Bedrohung für afrikanische Primaten, insbesondere Menschenaffen, ist während des vergangenen Jahrzehnts ans Licht gekommen: der kommerzielle Bushmeat-Handel. Bushmeat - das Fleisch von Wildtieren - ist seit langem wichtiger Bestandteil der Ernährung afrikanischer Völker.
In zunehmendem Maße wird jedoch die Nachfrage nach dieser traditionellen Fleischnahrung, besonders in den Städten, durch kommerzielle Jäger und Händler befriedigt. Der Handel mit Buschfleisch - ein Großteil davon illegal - ist zu einem lohnenden Geschäft geworden, bei dem hohe Gewinne erzielt werden können. Obwohl Affenfleisch nur einen kleinen Teil des enormen Bushmeat-Handels darstellt, besteht die größte Bedrohung für Primaten wie Schimpansen, Gorillas und Bonobos. Der Handel bedroht auch das Überleben vieler anderer geschützten Arten in Afrika, vom Riesenschuppentier (Manis gigantea) bis zum Waldelefanten (Loxodonta cyclotis).
Die wichtigsten Hindernisse für diesen Markt waren in der Vergangenheit die Schwierigkeiten beim Zugang zu den Wäldern und der anschließende Transport des Fleisches zu den städtischen Märkten. Diese Faktoren gelten nicht mehr, da viele bewaldete Regionen West-und Zentralafrikas nun erschlossen sind und so der Web für Ausbeutung und Besiedlung offen ist. Im Zuge der allgemeinen Verbesserung der Infrastruktur bedeutet dies, dass die steigende Nachfrage für unersättlich wachsende städtische Märkte befriedigt werden kann.
Die rasch wachsende holzverarbeitende Industrie ist ein wichtiger Faktor bei der Ausbreitung dieses Handels. Diese Industrie war in der Vergangenheit hauptsächlich im Besitz europäischer Unternehmen, doch die Zahl der holzverarbeitenden Unternehmen in Asien nimmt zu und verstärkt damit den Druck auf die Umwelt in folgender Weise:
Zu den Folgen des unregulierten Handels mit Buschfleisch gehören:
Zu den Säugetieren, die durch den kommerziellen Bushmeat-Handel akut bedroht sind, zählen folgende Arten:
| Schimpansen | (Pan troglodytes) | Rotnasenmeerkatze | (Cercopithecus erythrotis) |
| Bonobos | (Pan paniscus) | Weißkehlmeerkatze | (Cercopithecus albogularis) |
| Gorilla | (Gorilla gorilla) | Riesenschuppentier | (Manis gigantea) |
| Rote Stummelaffen | Procolobus badius, Procolobus preussi, Procolobus pennantii |
Waldelefant | (Loxodonta cyclotis) |
| Schwarzer Stummelaffe | (Colobus satanas) | Afrikanisches Hirschferkel | (Hyemoschus aquaticus) |
| Geoffroy-Stummelaffe | (Colobus vellerosus) | Zebraducker | (Cephalophus zebra) |
| Drill | (Mandrillus leucophaeus) | Ogilby-Ducker | (Cephalophus ogilbyi) |
| Mandrill | (Mandrillus sphinx) | Schwarzducker | (Cephalophus niger) |
| Preuss-Meerkatze | (Cercopithecus preussi) | Jentink-Ducker | (Cephalophus jentinki) |
| Gabun-Meerkatze | (Cercopithecus solatus) | Riesenducker | (Cephalophus silvicultor) |
| Eulenkopfmeerkatze | (Cercopithecus hamlyni) | Weißbauchducker | (Cephalophus leucogaster) |
| Nigeria-Blaumaulmeerkatze | (Cercopithecus sclateri) | Leopard | (Panthera pardus) |
| Dianameerkatze | (Cercopithecus diana) | Goldkatze | (Profelis aurata) |
Quelle: Ape Alliance (http://www.4apes.com)
Weblink:
National Geographic News, 30. September 2004: Photographer Fights African Poaching With Grisly Pictures
