Goldbrauner Mausmaki (Microcebus ravelobensis)

IUCN Status IUCN - Endangered
Endangered / stark gefährdet
Goldbrauner Mausmaki (Microcebus ravelobensis)
Goldbrauner Mausmaki (Microcebus ravelobensis)
© A. Weidt, idw-online.de
Physiologie männlich weiblich
Gewicht: 40 - 70 g
Kopf-Rumpf-Länge: 12 - 14 cm
Schwanzlänge: 14 - 17 cm
Ernährung
?
Systematik
Unterordung: Strepsirrhini
Teilordung: Lemuriformes
Familie: Cheirogaleidae
Gattung: Microcebus
Art: M. myoxinus
Daten nach Rowe (1996)
Google Map Google Earth
 
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. www.iucnredlist.org

Der Goldbraune Mausmaki (Microcebus ravelobensis) ist ein kleiner, baumbewohnender, nachtaktiver Primat aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen (Strepsirhini). Die Art lebt nur im Naturschutzgebiet Ankaranfantsika im Nordwesten Madagaskars, wo sie in trockenen Laubwäldern mit Lianen und niedrigem Blätterdach von Meeresspiegelniveau bis hinauf auf 500 m anzutreffen sind. Sie nutzen weniger oft Baumlöcher als andere Mausmakis, um den Tag zu verschlafen [2].

Zimmermann et al. haben erstmals 1997 festgestellt, dass es in den Wäldern von Ankarafantsika in Nordwest-Madagaskar zwei Arten von Mausmakis gibt. So erkannten sie, dass sich die Tiere in der Nähe des Lac Ravelobe [?], von dem sich ihr wissenschaftlicher Name abgeleitet, vom Grauen Mausmaki (Microcebus murinus) aus dem gleichen Gebiet morphologisch unterscheiden [2]. Zwar ähneln sich die beiden Arten äußerlich sehr stark, jedoch sind Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) leichter gebaut und haben einen längeren Schwanz und eine spitzere Nase.

Das kurze, aber dichte Fell der Goldbraunen Mausmakis (Microcebus ravelobensis) ist, wie ihr Name schon vermuten lässt, auf dem Rücken goldbraun, wobei die Unterseite gelblich-weiß ist. Von der unteren Stirn bis zur Nasenspitze verläuft ein weißer Streifen[2]. Die großen Ohren sind gelb-braun und unbehaart [1]. Der Schwanz der Goldbraunen Mausmakis (Microcebus ravelobensis) ist länger, dünner und dichter behaart als beim Grauen Mausmaki (Microcebus murinus), auch die Hinterbeine sind im Vergleich zum Grauen Mausmaki länger [2].

Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) erreichen ein Gewicht von 40 - 70 g [1]. Sie speichern kein Fett in ihren Schwänzen, wie es andere Mausmakis tun, um sich für die knappen Jahreszeiten zu rüsten. Sie bauen Schlafnester, indem sie Klettertriebe und totes Laub zusammenknäueln.

Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) scheinen aggressiver als andere Mausmakis zu sein. Der Sexualzyklus der Weibchen beginnt Ende August, anders als bei den sympatrischen [?] Grauen Mausmakis (Microcebus murinus), wo der Sexualzyklus nicht vor Mitte September beginnt [2].

Die größte Bedrohung für Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) geht vom Verlust von Lebensraum durch Brandrodung für die Landwirtschaft und saisonalen Buschfeuern aus. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen listet Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) in Anhang I [?]. Der Ankarafantsika National Park auf Madagaskar ist das einzige Schutzgebiet, in dem die kleinen Primaten leben. Es gibt keine Berichte über Tiere in Gefangenschaft. Offensichtlich befinden sich die Populationen auf einem Abwärtstrend, daher stuft die Weltnaturschutzunion Goldbraune Mausmakis (Microcebus ravelobensis) als gefährdet (Endangered) ein [3].

Der Graue Mausmaki (Microcebus murinus) und der Goldbraune Mausmaki (Microcebus ravelobensis) leben gemeinsam im selben Gebiet an der Westküste Madagaskars und wurden lange für eine Art gehalten. Erst genetische Vergleiche der Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Elke Zimmermann und Dr. Ute Radespiel offenbarten, dass es sich um zwei nebeneinander lebende Arten handelt. Da bei Paarungen über die Artengrenze hinweg oft keine oder unfruchtbare Nachkommen gezeugt werden, ist es für die Tiere wichtig, einen Geschlechtspartner derselben Art zu finden. Wie Prof. Dr. Elke Zimmermann, PD Dr. Sabine Schmidt und Pia Braune jetzt zeigen konnten, haben die Mausmakis arteigene Kommunikationslaute entwickelt, mit denen es ihnen möglich ist, den richtigen Partner zu finden. Mit spezifischen Rufen werben die Männchen um die Weibchen, die lediglich an zwei bis vier Tagen am Ende der Trockenzeit empfangsbereit sind.

[1] Garbutt, 1999; [2] Zimmermann et al., 1998; [3] Andrainarivo et al., 2008. Microcebus ravelobensis. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 07 April 2010; [4] Braune et al., 2008

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