Lemuren- und Loriverwandte

Südlicher Riesenmausmaki (Mirza coquereli)


Die Verbreitung des Südlichen Riesenmausmakis oder Rattenmakis (Mirza coquereli) ist in mehrere Gebiete der Küstenwälder West- und Nordwest-Madagaskars aufgesplittet.

Aussehen

Die nachtaktiven Primaten erreichen eine Körperlänge von 20 - 23 cm wobei ihr Schwanz nocheinmal 30 - 33 cm lang wird und dessen Spitze dunkler als das übrige Fell ist. Die Tiere werden zwischen 300 und 350 g schwer und haben recht große Ohren.

Ihr Fell ist auf der Oberseite grau- bis hellbraun, auf der Unterseite gelblich. Nach einer Tragzeit von 86 Tagen bringen die Weibchen 1 - 2 Junge zur Welt. In Zoos wurden diese Primaten bis zu 15 Jahre alt.

Verhalten

Die soziale Struktur der Südlichen Riesenmausmakis (Mirza coquereli) ist variabel, so gehören meist ein Weibchen und ein Männchen zusammen, wobei die Reviere der Männchen viermal so groß sind wie die der Weibchen. In einigen Nestern gibt es nur Weibchen, in anderen Nestern Männchen, Weibchen und deren Nachwuchs. Sie verbringen die Nacht entweder allein oder in Gruppen bis zu 3 Tieren.

Die Reviere der Südlichen Riesenmausmakis (Mirza coquereli) sind zwischen 2,5 und 3,0 ha groß. Wenn sie nachts auf Nahrungssuche gehen, durchstreifen sie eine Waldfläche von 1000 - 1500 m².

Ernährung

Neben der üblichen Pflanzennahrung (Früchte, Blüten, Nektar, Harz) nehmen sie auch tierische Proteine auf. Südliche Riesenmausmakis (Mirza coquereli) machen Jagd auf Insekten, Frösche, Chamäleons und fressen auch Vogeleier. Manchmal nehmen sie Ausscheidungen von Insekten auf, manchmal jagen sie in Bodennähe. Im Gegensatz zu Fettschwanzmakis (Cheirogaleus medius) gibt es bei ihnen keine saisonalen Gewichtsschwankungen.

Kommunikation

Südliche Riesenmausmakis (Mirza coquereli) markieren ihr Gebiet auf vier Arten: anogenitale Markierung, Urinmarkierung, Drüsenmarkierung und durch flüchtige Gerüche, die sogar Menschen riechen können. Die tiefen Kontaktrufe der Südlichen Riesenmausmakis (Mirza coquereli) sind für Forscher ein gutes Mittel, um sie im Wald zu lokalisieren. Kleinkinder "schnurren", wenn sie von der Mutter abgeleckt werden. Mit einem Grunzen signalisieren sie, dass sie von Artgenossen nicht gestört werden wollen. Der Notruf besteht aus kurzen, hohen Lauten, die mit hoher Intensität wiederholt werden.

Lebensraum

Südliche Riesenmausmakis (Mirza coquereli) verbringen ihr Leben auf den Bäumen. Sie verschlafen den Tag in kugelförmigen Nestern, die sie in 2 bis 10 Metern über dem Boden in den Gabeln großer Zweige errichtet haben. Sie bestehen aus verflochtenen Lianen, Ästen und Blättern und haben einen Durchmesser von etwa 50 Zentimeter.

Als nachtaktive Primaten verlassen sie ihr Nest etwa um 6 Uhr abends und kehren um 6 Uhr morgens zurück. In ​​kühleren Nächten sind sie weniger aktiv, fallen aber nicht in eine Kältestarre. In der ersten Hälfte der Nacht suchen sie alleine nach Nahrung. Erst in der zweiten Hälfte kommen sie zu sozialen Aktivitäten wie Körperpflege zusammen.

Systematik