Lemuren- und Loriverwandte

Großer Katzenmaki (Cheirogaleus major)


cheirogaleus major

Große Katzenmakis (Cheirogaleus major), auch Braune Fettschwanzmakis genannt, bewohnen Primär- und Sekundärwälder im Osten der Insel Madagaskar. Ihr Lebensraum sind Wälder oder Regionen mit trockenem Buschland [1][2].

Aussehen

Die nachtaktiven Primaten erreichen eine Körperlänge von 20 - 25 Zentimeter, hinzu kommt noch der Schwanz mit einer Länge von 20 - 28 Zentimeter. Sie erreichen ein Körpergewicht von 235 - 470 Gramm [5].

Das Gesicht der Großen Katzenmakis weist charakteristische schwarze Augenringe auf. Das Fell ist relativ kurz und dicht und ist an der Oberseite rötlich bis braungrau, an der Unterseite weiß bis cremeweiß mit einer gelben Tönung.

Der Schwanz ist mit einer Länge von etwa 27,5 Zentimeter länger als der Körper. Er ist am Ansatz breit und verjüngt sich zur Spitze hin. Ein auffälliger schwarzer Ring aus Haaren umgibt die großen Augen. Wie alle Feuchtnasenprimaten besitzt der Braune Fettschwanzmaki (Cheirogaleus major) ein Tapetum lucidum ? für eine verbesserte Nachtsicht [2][3][5].

Ernährungsweise

Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major) sind Allesfresser, jedoch besteht der größte Teil ihrer Nahrung aus Früchten, Blüten und Nektar. Manchmal ergänzen sie ihren Speisezettel mit Insekten und kleinen Wirbeltieren. Auch Honig schmeckt ihnen offensichtlich sehr gut [1][2][4].

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungssystem weiß man noch recht wenig. Die Paarungen finden im Oktober und November statt. Nach einer Tragzeit von 70 Tagen bringen die Weibchen für gewöhnlich 2 bis 3 Junge. Die Geburten finden meist in Baumhöhlen statt, die mit Laub ausgelegt werden. Bei der Geburt sind die Kleinen voll behaart und haben geschlossene Augen. Sie werden im Alter von 45 Tagen entwöhnt und mit 3 bis 4 Wochen beginnen sie klettern und können der Mutter selbständig folgen. Die Geschlechtsreife wird nach 10 bis 14 Monaten erreicht [4][2].

Andasibe, Madagascar

Verhalten und Lebensraum

Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major) sind nachtaktiv [3] und gehen alleine auf Nahrungssuche. Sie schlafen tagsüber in Nestern aus Zweigen, Blättern und Gras oder in ausgehöhlten Bäumen, die sie mit trockenen Blättern auspolstern [2]. Es sind Schlafruppen von bis zu drei erwachsenen Tieren sowohl in Baumhöhlen und Klumpen von Vegetation beobachtet worden.

Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major) bewohnen Gebiete auf Madagaskar mit ausgeprägten Trockenzeiten, in denen sie in einen Torpor fallen. Während dieser Starre, die über einen Monat dauern kann, verbrauchen sie das Fett, das sie in der Basis des Schwanzes gespeichert haben. In dieser Zeit können sie bis zu 100 Gramm ihres Körpergewichts verlieren [2][4].

Die Reviere von erwachsenen Weibchen erstrecken sich bis zu 4 Hektar und scheinen die von erwachsenen Männchen und Jugendlichen zu überlappen, so nimmt man an, dass Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major) nicht besonders territorial sind. Sie haben auch keine Duftdrüsen, sondern verwenden Urin und Kot zur Kennzeichnung ihrer Gebiete [4].

Kommunikation

Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major) sind nicht sehr vokal. Es gibt sogenannte "soft calls", die dazu dienen, Artgenossen zu lokalisieren [4]. Wenn sie gestört werden, ist ein lautes Trillern zu hören [2][4].

Taktile Kommunikation ist wichtig, um Rivalen in die Schranken zu weisen oder zwischen Sexualpartnern und Müttern und ihrem Nachwuchs. Taktile Kommunikation äußert sich in gegenseitiger Fellpflege, Spielen und Aggression. Obwohl es keine Berichte darüber gibt, dürfte wie bei allen Primaten, auch nachtaktiven, die visuelle Kommunikation mittels Mimik und Körperhaltungen eine gewisse Rolle spielen [4].

Gefahren

Es gibt scheinbar keine größeren Bedrohungen für Braune Fettschwanzmakis (Cheirogaleus major). Möglicherweise gibt es aber wegen der fortgesetzten Brandrodungen einen Rückgang der Populationen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Spezies als nicht gefährdet (Least Concern) ein.

Systematik


Literatur

[1] Cockram, 1962; [2] Grzimek, 1988; [3] Hill, 1953; [4] Nowak, 1999; [5] Rowe, 1996.