Lemuren- und Loriverwandte

Indri, Sifakas und Wollmakis (Indridae)


Indri, Sifakas und Wollmakis (Indridae) - primata.de
Der Indri ist der Namensgeber für die Familie

Zur Familie Indridae zählt man 6 Arten in 3 Gattungen: Wollmakis (Avahi) mit 2 Arten, Sifakas (Propithecus) mit 3 Arten sowie den namesgebenden Indri (Indri indri). Die Mitglieder der Familie Indriidae sind auf Madagaskar weit verbreitet, jedoch gehören einige Arten zu den am stärksten bedrohten Lemuren.

Seitdem Madagaskar vor etwa 2000 Jahren erstmals von Menschen besiedelt wurde, sind bereits die meisten Arten ausgestorben. Allein während des letzten Jahrtausends verschwanden mindesten zehn nahe verwandte Arten von Riesenlemuren. Die überlebenden Arten sind extrem selten und verfügen nur noch über kleine, zersplitterte Lebensräume. Die kleinste Population und die beschränkteste Verbreitung aller Lemurenarten hat Tattersalls Sifaka (Propithecus tattersalli).

Man kann die einzelnen Arten in Bezug auf Lebensweise und Körpergröße unterscheiden. Bei der Gruppe der Wollmakis handelt es sich um mittelgroße, nachtaktive Primaten die ein Gewicht von etwa 1 kg erreichen. Schwerer sind da schon Indris und Sifakas: sie wiegen bis zu 7 kg und sind im Gegensatz zu den Wollmakis nur am Tage aktiv.

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Mitglieder der Familie Indriidae, v.l.n.r

Wollmakis unterscheiden sich auch äußerlich von Indris und Sifakas: Ihr dichtes, an der Unterseite hellere Fell kann von rötlich braun über olivfarben bis zu grau reichen. Ihr Schwanz, den sie an der Bauchseite aufrollen können, ist länger als der eigentliche Körper. Wollmakis haben runde Köpfe mit mit kurzen Ohren und großen Augen. Man unterscheidet eine östliche Art, die die Regenwälder Madagaskars bewohnt und eine westliche Art, die in den dortigen Trockenwäldern beheimatet ist. Der Gattungsname der Wollmakis - Avahi - wurde von ihrem Ruf abgeleitet, der in etwa wie "aya-hii" klingt.

Systematik


Sifakas sind recht farbenfroh gefärbt und die einzelnen Arten haben unterscheidliche Fellzeichnungen. Das reicht von vollstandig weiß beim Seidensifaka bis zu vollständig schwarz beim Perrier-Sifaka. Tiere mit mit Flecken von orangefarben bis braun oder grau auf Kopf, Armen oder Beinen sind ebenfalls häufig. Das Gesicht mit vorstehender Schnauze ist bei allen Aren nackt und schwarz.

Während der Diademsifaka (Propithecus diadema) im feuchten Osten und Norden Madagaskars anzutreffen ist, lebt der Larvensifaka (Propithecus verreauxi) im trockenen Süden und Westen der Insel. Der Körperbau aller Mitglieder der Familie Indriidae ist auf senkrechtes Klettern und Springen im Geäst ausgerichtet. Ihre kräftigen, um ein Drittel längeren Beine als Arme sind wie geschaffen dafür, sich von Baum zu Baum springend in einer aufrechten Haltung zu bewegen.

Indris geben Duette von sich, die entfernt an die Duettgesänge von Gibbons erinnern. Die Weibchen der Indris dominieren die Männchen, sie führen die meisten Streifzüge bei der Nahrungssuche an. Männchen müssen - wenn ein ergiebiger Futterbaum gefunden ist - unten warten, bis sich die Weibchen oben in den Baumkronen sattgefressen haben. Männchen und Weibchen schlafen getrennt.

Literatur

Macdonald, D. (2001) The New Encyclopedia of Mammals: 1;. Oxford University Press, London.