Lemuren- und Loriverwandte

Rondogalago (Galago rondoensis)


Der Rondogalago (Galago rondoensis) wurde als eigenständige Art durch eine Computeranalyse seiner Lautäußerungen identifiziert. Dieser Primat bewohnt die Wälder Ostafrikas und wird bei einer Körperlänge von 10,7 cm und einer Schwanzlänge von 18,4 cm ungefähr 60 g schwer. Er gehört somit neben dem Demidoff-Zwerggalago (Galago demidoff) zu den kleinsten Galagos [2].

Er unterscheidet sich von anderen Galagos durch seine winzige Größe, einen Schwanz, der an eine Flaschenbürste erinnert, durch die Anatomie seiner Fortpflanzungsorgane und durch seinen unverwechselbaren "double Unit Rolling call" [1].

Verbreitung

Soviel man heute weiß, kommen Rondogalagos (Galago rondoensis) in zwei voneinander isolierten Regionen vor, und zwar im Südwesten Tansanias in der Nähe der Küstenstädte Lindi und Mtwara, sowie ca. 400 km weiter nördlich oberhalb des Rufiji Flusses in Waldinseln rund um Dar es Salaam. Eine weitere Population lebt im Sadaani National Park, rund 100 km nördlich von Dar es Salaam.

Nahrung

Rondogalagos (Galago rondoensis) sind Gemischtköstler und ernähren sich von Insekten und Früchten. Während der Nahrungssuche halten sie sich oft dicht über dem Boden auf und bewegen sich fort, indem sie aus einer aufrechten Position heraus zu weiten Sprüngen durch das Unterholz ansetzen [1][2].

Verhalten und Gefahren

Tagsüber schlafen sie in selbstgebauten Nestern, die sich oft hoch in den Baumkronen befinden. Wie viele Primaten sind auch Rondogalagos (Galago rondoensis) Beutetiere. Zu den Fressfeinden gehören wahrscheinlich Eulen und andere nachtaktive Raubtiere, darunter Ginsterkatzen, Palmschleichkatzen und Schlangen. Werden potentielle Räuber gesichtet, löst das intensive Episoden von Alarmrufen aus [1].

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Rondogalagos (Galago rondoensis) als vom Aussterben bedroht ein, da sie nur noch in sieben Wald-Patches (mit einer Fläche von weniger als 100 km ²) vorkommen, die in ihrem Fortbestand höchst gefährdet sind. Es ist nicht klar, ob die Spezies in den dazwischen liegenden Bereichen vorkommt, aber das soweit bekannte Verbreitungsgebiet ist stark gefährdet. Die noch existierenden Subpopulationen der Rondogalagos (Galago rondoensis) sind stark fragmentiert und befinden sich auf dem Abwärtstrend aufgrund des anhaltenden Verlustes von Lebensraum [3].

Systematik


Literatur

[1] Honess, P. E. et al., 2007; [2] Rowe N. 1996; [3] Perkin, A., Bearder, S., Honess, P. & Butynski, T.M. 2008. Galagoides rondoensis. In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 25 September 2011.