Neuweltaffen

Brauner Kapuzineraffe (Cebus olivaceus)


Monos capuchino
Monos capuchino

Braune Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) sind in Südamerika zuhause. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der nördlichen Neotropis ? und dem nordwestlichen Venezuela bis zu den südlichen Ausläufern des Amazonasbeckens [3]. Dort bewohnen sie die trockenen Laubwälder auf den Llanos ? Venezuelas sowie die alten, tropischen Regenwaldbestände Guyanas [7].

Lebensraum

Braune Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) trifft man in typischen, trockenen Lebensräumen der Llanos mit ihren sommergrünen Laubbäumen an. Normalerweise leben sie in den unteren bis mittleren Schichten des Waldes, wo sie auf Nahrungssuche gehen und gut vor Raubtieren flüchten können. Braune Kapuziner können in vielen Habitaten überleben, so steigen sie auf den Waldboden herab und suchen im Laubstreu nach kleinen Wirbeltieren und Wirbellosen [3].

Aussehen

Männchen und Weibchen ereichen im Allgemeinen ein Gewicht von rund 2,5 bis 2,8 kg, wobei aber kräftige Männchen diese Durchschnittswerte um etwa 800 g übersteigen können. Der Körper der Braunen Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) ist meist cremefarben bis blass-braungelb. Der Kopf hat die gleiche Farbe wie der Körper, hat jedoch einen schwarzen bis dunkelgrauen keilförmigen Fleck, der sich von der Stirn nach hinten über den Schädel erstreckt. Die Unterarme sind, wie der Fleck auf dem Kopf, schwarz bis dunkelgrau gefärbt. Der Schwanz wird häufig an der schwarzen Spitze eingerollt. Er ist stark genug, um das gesamte Körpergewicht über längere Zeit zu tragen und wird während der Nahrungssuche häufig verwendet, um mit freien Händen und Füßen an den Ästen zu hängen [7].

Fortpflanzung

Braune Kapuziner (Cebus olivaceus) sind polygyn ? - so paart sich das dominante Männchen in der Truppe mit allen geschlechtsreifen Weibchen.

Männchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von sieben Jahren, Weibchen hingegen können bereits mit vier Jahren ihr erstes Junges bekommen [3]. Ältere Weibchen haben im Durchschnitt alle 19 Monate Nachkommen, es ist aber nicht ungewöhnlich, dass Weibchen in jedem aufeinander folgenden Jahr gebären (DiBitella und Janson, 2001). Nach einer Tragzeit von 160 Tagen kommt ein Junges zur Welt. Der Säugling wiegt etwa 200 bis 500 g und ist nur wenige Augenblicke nach der Geburt in der Lage, sich am Fell der Mutter festzuklammern [7].

In Gefangenschaft können Braune Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) 55 Jahre alt werden, aber auch in freier Wildbahn werden sie sehr alt, im Durchschnitt 34 bis 36 Jahre [7].

Gruppenleben

Braune Kapuzineraffen sind sehr soziale Tiere. Sie leben in Gruppen von etwa 10 bis 33 Individuen. Das Revier eines Trupps umfasst etwa 25 bis 40 ha, kann aber 100 ha übersteigen. Sie zeigen kein territoriales Verhalten, stehen jedoch im direkten Wettbewerb mit anderen Gruppen um Nahrung und Wasser [3].

Nahrung

Die Nahrungsgewohnheiten der Braunen Kapuziner (Cebus olivaceus) stehen in Zusammenhang mit der Größe der Gruppe und der Jahreszeit, in der die Tiere beobachtet werden. Man vermutet, dass das Risiko, das von Raubtieren ausgeht, eine bedeutende Rolle im Muster der Nahrungsaufnahme spielt. Predation kann auch einen Einfluss auf die individuelle Fitness eines Affen haben, nicht nur direkt, sondern auch durch ihre Auswirkungen auf den Erfolg bei der Futtersuche [5].

Braune Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) verzehren hauptsächlich Früchte, Nüsse, Samen, Beeren und viele Arten kleinerer Wirbeltiere und Wirbellose. Blütenknospen, Baumrinde, Baumsäfte, Spinnentiere, Eier und sogar andere kleine Säugetiere runden den Speiseplan ab. Eine strenge Hierarchie unter den jüngeren Kapuzineraffen regelt den Zugang zu Nahrungsmitteln [3]. Braune Kapuziner scheinen eine besondere Vorliebe für einen giftigen Tausendfüßler zu haben, von dessen Toxin man glaubt, dass es als Insektenschutzmittel für die Affen dient [1]. Einige Braune Kapuziner, die in Küstenregionen leben, sind beim Verzehr von Austern, Krabben und anderem Meeresgetier beobachtet worden [7].

Gefahren

Braune Kapuzineraffen (Cebus olivaceus) haben in freier Wildbahn nur wenige Raubtiere zu fürchten. Wenn sie auf dem Boden von Raubtieren attackiert werden, ist es ein Leichtes auf die Bäume zu entkommen. Einige große Schlangen finden großen Geschmack an Braunen Kapuzinern. Bei ihnen sind sie als Nahrungsmittel genauso beliebt wie einige der größeren tropischen Nagetiere [3]. Der größte Feind dieser Affen ist jedoch der Mensch. Wegen ihres ausgeglichenen Temperaments sind Kapuzineraffen als Haustiere sehr gefragt. Sie werden in Zoos gehalten und für viele Einheimische stellen sie eine Delikatesse dar und dienen als Nahrungsmittel.

Braune Kapuzineraffen sind wahrscheinlich maßgeblich daran beteiligt, Populationen von Insekten zu kontrollieren und so Insektenplagen vorzubeugen. Wichtig sind sie auch für die Pflanzen, deren Früchte sie fressen und so die Samen verbreiten. Als Beutetiere haben diese Affen wahrscheinlich Auswirkungen auf die Raubtierdichte einer Region.

Braune Kapuzineraffen tragen viele Krankheitserreger in sich, die sie auf den Menschen selbst und inbesondere auf dessen Haustiere übertragen können [7].

Braune Kapuziner wurden von vielen Menschen als Haustiere gehalten. Sie sind sehr intelligent und können trainiert werden, Kunststückchen vorzuführen oder bestimmte Aufgaben zu übernehmen [7]. Viele Kapuzineraffen sind darauf dressiert, in Filmen oder TV-Programmen mitzuwirken. Bescheidene Berühmtheit erlangte ein Kapuzineraffe mit seiner Vorführung des Hitlergrußes in dem Spielfilm "Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes". Ein besonderer Kapuzineraffe mit Namen "Marcelle" hatte eine Rolle in der Fernsehserie "Friends". Der Charakter, dem dieser Affe gehörte, wurde in der Filmhandlung schließlich gezwungen, das Tier an den San Diego Zoo abzugeben, weil Primaten keine guten Haustiere sind, wie jeder Primatologe bestätigen wird.

Systematik


Literatur

[1] Dept. of Anthropology, Columbia University, New York, NY, 2000; [2] DiBitella, 2001; [3] Eisenberg, J., Redford, K., 1989; [4] Miller, 1998a; [5] Miller L. E., 2002; [6] Miller, L., 1998b; [7] Nowak, 1999; [8] Rowe, N. 1996;

Rylands, A.B., Boubli, J.-P. & Mittermeier, R.A. 2008. Cebus olivaceus. In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 27 September 2011.