Meerkatzen, Makaken und Paviane

Wolfs Meerkatze (Cercopithecus wolfi)


Wolf's Guenon
Wolf's Guenon

Die Wolf-Meerkatze (Cercopithecus wolfi) ist ein tagaktiver Primat aus der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae).

Taxonomie

Manche Primatologen sehen in ihr eine Unterart der Kronenmeerkatze (Cercopithecus pogonias). Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) findet man am häufigsten in der Demokratischen Republik Kongo und Teilen Ugandas [3].

Lebensraum

Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) leben in primären und sekundären Flachlandregenwäldern. Auch sind sie in Sumpfwäldern und sekundären Wäldern an Flussufern anzutreffen. Einen Großteil ihrer Zeit verbringen sie hoch in den Baumkronen in 15 - 25 m Höhe, wo sie auch ihre Nahrung suchen und schlafen [3][5][8]

Aussehen

Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) haben auf dem Rücken graues Fell mit einem rötlichen Fleck in der Mitte. Die Bauchseite ist meist weiß oder hellgelb. Die Vorderbeine sind dunkelgrau bis schwarz, während die Hinterbeine eine helle, rötlich-braune Farbe haben. Der Schwanz ist vom Ansatz bis etwa zur Hälfte grau, der Rest ist schwarz. Das Gesicht ist durch einen schwarzen Bereich gekennzeichnet, der von einem Ohr zum anderen reicht und von unterhalb der Augen bis zur Oberseite des Kopfes reicht. In diesem schwarzen Bereich befindet sich ein Streifen aus weißem Fell, der aus der Stirn wächst. Wangen und Kinn haben die gleiche, weißlich-gelbe Farbe wie der Bauch. Die Ohrenbüschel sind oft weiß oder leicht rötlich. Der Hodensack der Männchen ist blau, was möglicherweise bei der Partnerwahl der Weibchen eine Rolle spielt. Diese blaue Farbe ist vielen Arten der Gattung Cercopithecus verwandten Gattungen gemeinsam. Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) haben Gesässschwielen, die ihnen ein gewisses Maß an Komfort beim Sitzen auf Ästen und bei der Nachtruhe bieten. Diese Schwielen sind typisch für die Familie Cercopithecidae [2][5][8].

Als baumlebende Vierfüßler sind bei Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) Vorder- und Hinterbeineetwa gleich lang. Die Körperlänge der Männchen variiert zwischen 44,5 und 51,1 cm, hinzu kommt der lange Schwanz mit durchschnittlich 77,9 cm. Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) sind sexuell dimorph. Das Gewicht der Männchen reicht von 3,8 bis 4,2 kg, Weibchen sind mit 2,4 bis 3,1 kg deutlich leichter. Männchen haben größere Eckzähne als Weibchen.

Ernährung

Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) sind hauptsächlich Früchtefresser, ergänzen ihre Ernährung aber oft mit Blättern, Samen und Blüten. Bei Beobachtungen im Salonga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo hatten Früchte einen Anteil von 32% an der Nahrung, gefolgt von Blättern mit 29% und Blüten mit 11%. Wenn verfügbar ernähren sich Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) von Nektar und fressen gelegentlich Insekten. Auf Nahrungssuche gehen sie bevorzugt in den frühen Morgenstunden und am frühen Nachmittag, wobei sie sich meistens 15 m über dem Boden aufhalten. Die Reviergröße ist unbekannt, auch die Strecke, die sie bei der täglichen Nahrungssuche zurücklegen ist nicht bekannt, jedoch sind sowohl Männchen als auch Weibchen beobachtet worden, wie sie ihre Territorien aggressiv gegen Artgenossen verteidigten [2][5].

Wolfs Meerkatze (Cercopithecus wolfi)
Wolfs Meerkatze im Balboa Park, San Diego, CA, Vereinigte Staaten.

Fortpflanzung

Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) haben eine polygynes ? Fortpflanzungssystem. In der Regel paart sich das dominante Männchen mit einer größeren Zahl von Weibchen. Aber in Gruppen mit vielen Weibchen kommt es vor, dass Männchen aus Junggesellengruppen in die Gruppe eindringen und sich paaren, um sich dann wieder zurückziehen. Die Kopulation wird normalerweise von den Weibchen eingeleitet, indem sie dem Männchen ihre Genitalien präsentieren. Sie werden oft präsentieren ihre Genitalien zu einem männlichen als einen Weg zu locken ihn. Obwohl es keine reproduktive Funktion zu haben scheint, schauen die Weibchen während der Kopulation über die Schulter zurück auf das Männchen und formen einen "Schmollmund", indem sie die Unterlippe etwas nach vorne schieben [2].

Die Weibchen der Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) bringen nach einer Tragzeit von 160 - 170 Tagen ein einzelnes Junges zur Welt. Zwillingsgeburten sind möglich, wenn auch selten. Die meisten Geburten finden von Juni bis Dezember statt, wenn das Angebot an Früchten hoch ist. Der Nachwuchs wird etwa für 3 Monate gesäugt und reiten schon bald nach der Geburt auf dem Rücken der Mutter. Weibchen sind bei ihrer ersten Geburt zwischen 4 und 5 Jahre alt. Sie verbleiben in der Gruppe, in der sie geboren sind, während Männchen mit der Geschlechtsreife abwandern und sich Junggesellengruppen anschließen, bis sie die Chance bekommen, eine Gruppe zu übernehmen [1][2][5][6].

Gruppenleben

Die Gruppengröße variiert zwischen 1 und 12 Affen. Größere Gruppen teilen sich während der Nahrungssuche oft in kleinere Gruppen auf, besonders wenn die Nahrungsverteilung lückenhaft ist. Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) trifft man oft in gemischten Artengruppen an, so sieht man sie am häufigsten (80% ihrer Zeit) zusammen mit Schopfmangaben (Lophocebus aterrimus). Weniger häufig tun sie sich mit Rotschwanzmeerkatzen (Cercopithecus ascanius) oder Angola-Stummelaffen (Colobus angolensis). In Sumpfwäldern sieht man gelegentlich in Verbänden mit der Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigriviridis) [2][6][8].

Kommunikation

Zu den Lautäußerungen von Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) gehören 2 Kontaktrufe, 2 Rufe, die sie während des Umherstreifens verwenden und 3 Alarmrufe. Die häufigsten Vokalisationen sind Kontaktrufe während der Futtersuche, grunzende Töne, um die Position der anderen Gruppenmitglieder zu bestimmen. Kontaktrufe sind häufiger in großen Gruppen oder in Bereichen mit geringer Sicht, wie etwa in den oberen Bereichen des Blätterdachs. Diese vokale Kommunikation wird bei der Jagd nach Insekten häufiger benutzt als bei der Suche nach Früchten oder Blättern. Für die Abgrenzung der Territorien gebrauchen Männchen einen dröhnenden Ruf, ein tiefer, kurzer Ton, der wegen ihrer Luftsäcke, die als Resonanzkörper dienen, über weite Strecken zu hören ist. Als Alarmruf dient eine kurze Lautäußerung, die dem Klang eines Niesers ähnelt.

Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) nutzen visuelle Kommunikation, um zu drohen und Aggression zu vermitteln. Männchen starren auf das Ziel und um diese Mimik zu verstärken, legen sie ihre Ohren nach hinten an, was eine Streckung der Gesichtshaut und ein Zurückziehen der Kopfhaut zur Folge hat. Während dieses Starrens öffnen sie manchmal den Mund, halten dabei aber die Zähne bedeckt. Als Steigerung dieser Drohgebärde wippen sie manchmal zusätzlich mit dem Kopf. Gewisse Grimassen dienen als Signal der Beschwichtigung, um Aggressionen bei aggressiven Begegnungen zu reduzieren. Dies wird durch das Zurückziehen der Lippen erreicht, um die Zähne zu zeigen, die aber geschlossen sind. Um Anspannung oder Aggression zu vermitteln, gähnen Männchen oft und zeigen dabei ihre Eckzähne.

Zur taktilen Kommunikation gehört wie bei anderen Primaten die ausgiebige, gegenseitige Fellpflege. Der Einsatz von chemischen Signalen, wie etwa Pheromone, ist wahrscheinlich, aber nicht dokumentiert [1][4][8].

Gefahren

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Wolf-Meerkatzen (Cercopithecus wolfi) liegt bei 20 bis 26 Jahren. Als Baumbewohner dürften ihre gefährlichsten Feinde Greifvögel wie etwa der Kronenadler (Stephanoaetus coronatus) sein. Wenn dieser Vogel bemerkt wird, geben sie Alarm und ziehen sich auf den Boden zurück. Obwohl in ihrem Verbreitungsgebiet weniger häufig, gehören auch Leoparden zu den Fressfeinden. Der Handel mit Buschfleisch und die rapide anwachsende Zerstörung ihres Lebensraums durch die Holzindustrie haben sich in den letzen Jahren zu einer ernsthaften Bedrohung für die Art als Ganzes entwickelt [7].

Systematik


[1] Estes, 1991; [2] Fleagle, 1999; [3] Groves, 2001; [4] Mulavwa, 1991; [5] Napier und Napier, 1967; [6] Nowak, 1999; [7] Oates, J.F., Hart, J. & Groves, C.P. 2008. Cercopithecus pogonias ssp. wolfi. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 17 June 2010; [8] Rowe, 1996