Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis)

IUCN Status IUCN - Least Concern
Least Concern / nicht gefährdet
Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis)
Sumpfmeerkatze mit Baby im San Diego Zoo
© Mr. Pi, CC by-nc-sa
Physiologie* männlich weiblich
Gewicht: 5,95 kg 3,7 kg
Kopf-Rumpf-Länge: 45,0 - 46,0 cm
Schwanzlänge: 50 cm
Ernährung
Früchte, Blätter, Mark, kleine Tiere (einschl. Fische und Insekten)
Systematik
Unterordung: Haplorrhini
Teilordung: Catarrhini
Familie: Cercopithecinae
Gattung: Chlorocebus
*Mittelwerte, Daten nach Rowe (1996)
Google Map Google Earth
 
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. www.iucnredlist.org

Die Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis) ist eine mittelgroße Meerkatze, die in den überfluteten Wäldern in West- und Zentralafrika auf beiden Seiten des Congo-River lebt (Demokratische Republik Kongo, Kongo und Kamerun). Eine Population könnte es im nordöstlichen Angola geben, was aber noch nicht bestätigt wurde [4].

Im Vergleich mit anderen Meerkatzen haben Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) breitere, makakenähnliche Backenzähne, die auf eine frugivoren Ernährung hindeuten. Es ist bekannt, dass Sumpfmeerkatzen auf dem Boden und im seichten Wasser ihre Nahrung suchen, welche aus Früchten, Blättern und kleinen Wirbellosen besteht [5]. Auf der Grundlage der Zahn- und Skelettanatomie sind mehrere Autoren der Meinung, dass Allenopithecus nigroviridis die primitivste Meerkatze ist.

Die Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis)
Sumpfmeerkatze im San Diego Zoo.
Foto: Cacophony, Lizenz

Untersuchungen im Lomako Forest in der Demokratischen Republik Kongo scheinen zu belegen, dass Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) ausschließlich in Sumpfwäldern heimisch sind. Das unterscheidet sie von vielen anderen Meerkatzen in dieser Region, welche Primär- und Sekundärwälder bewohnen. Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) sind Baumbewohner, die sich aber zumindest teilweise auch auf dem Boden aufhalten [3].

Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis)
Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis).
Foto: Rennett Stowe, Lizenz

Studien zufolge, die in der Demokratischen Republik Kongo in der Nähe von Mbandaka durchgeführt wurden, sind Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) tagaktive Primaten, die in Gruppen von vierzig oder mehr Affen leben. Sonst ist nur wenig über das Sozialverhalten bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie viele Verhaltensweisen mit anderen Meerkatzen gemeinsam haben. Dazu gehören viele Arten der Körpersprache, wie etwa Grimassen schneiden, oder bestimmte Körperhaltungen, die Dominanz oder Unterwerfung ausdrücken können [1]. Untersuchungen von Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) im Zoo von San Diego, Kalifornien, legen nahe, dass die Art auch in freier Wildbahn sehr sozial ist [5].

Über das Fortpflanzungsverhalten der Sumpfmeerkatze (Allenopithecus nigroviridis) weiß man nur sehr wenig. Wie andere Meerkatzen gebären sie pro Saison nur ein einzelnes Junges. Der Nachwuchs ist in der Regel im Alter von zweieinhalb Monaten entwöhnt [2]. Die Länge des Sexualzyklus ist ebenso unbekannt wie die Tragzeit. Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) können bis zu 20 Jahre alt werden.

Die Untersuchungen im Lomako Forest legen nahe, dass Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) wie andere Affen in diesem Wald unter erheblichem Druck von Raubtieren stehen. Darunter der größte Raubvogel Afrikas, der Kronenadler (Stephanoaetus coronatus) sowie Falken, Schlangen und Bonobos. Als Reaktion auf diese Raubtiere, schließen sich viele Meerkatzengruppen in den verschiedenen Waldtypen zu größeren Verbänden zusammen [3].

Sumpfmeerkatzen (Allenopithecus nigroviridis) werden wegen ihres Fleisches kommerziell gejagt (Bushmeat). Laut Weltnaturschutzunion (IUCN) sind jedoch weitere Forschungen notwendig, um den Druck zu beurteilen, der davon ausgeht. Auf eine Bedrohung durch den Verlust von Lebensraum gibt es derzeit keine Hinweise. Die IUCN stuft die Sumpfmeerkatze als gering gefährdet (Least Concern) ein [4].

[1] Bernstein, 1970; [2] Hayssen und Van Tienhoven, 1993; [3] McGraw, 1994; [4] Oates, J. F. & Groves, C. P. (2008). Allenopithecus nigroviridis. In: 2008. IUCN Red List of Threatened Species. Downloaded on 09 February 2010; [5] Walker, 1975

Valid XHTML 1.0 Creative Commons License
Alle Texte dieser Homepage sind unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. - Bildlizenzen sind getrennt angegeben -
Weitere Infos: Kontakt - Siteinfo - User online 8   gestern 339   heute 201 - Letztes update: 01.01.1970 um 01:00