| IUCN Status |
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| Least Concern / nicht gefährdet | |||
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| Borneo Rainforest Lodge 2009 © maholyoak, CC by-nc-nd |
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| Physiologie* | |||
| Gewicht: | 5,9 kg | 5,8 kg | |
| Kopf-Rumpf: | 49,2 cm | 49,4 cm | |
| Schwanz: | 71,1 cm | 71,1 cm | |
| Ernährung | |||
| Blätter, Samen, Früchte | |||
| Systematik | |||
| Unterordung: | Haplorrhini | ||
| Teilordung: | Catarrhini | ||
| Familie: | Colobinae | ||
| Gattung: | Presbytis | ||
| *Mittelwerte, Daten nach Rowe (1996) | |||
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) sind baumlebende, tagaktive Primaten aus der Teilordnung der Altweltaffen (Catarrhini). Sie sind fast über die ganze Insel Borneo verbreitet - im indonesischen Teil leben sie in den Kalimantan-Provinzen und auf den Karimata-Inseln, im malayischen Teil leben sie in den Provinzen Sabah und Sarawak, außerdem ist es möglich, dass sie im Sultanat Brunei, ebenfalls Borneo, vorkommen.
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) leben in primären und sekundären Wäldern des Tieflands nicht oberhalb von 2.000 m, - und sie sind in der Lage Wälder zu bewohnen, die sich nach Holzeinschlag langsam wieder regeneriert haben [11]. Maronenlanguren leben fast ausschließlich auf Bäumen, wobei sie eine klare Vorliebe für Primärwälder zeigen. Oft trifft man sie auch in Sumpf- und immergrünen Wäldern an [2][1]. Auf ihrer täglichen Suche nach Nahrung machen sie gelegentlich auch Ausflüge in die Gärten der Menschen [15].
Die Färbung der Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) variiert je nach Unterart. Im Allgemeinen sind sie dunkel rotbraun oder dunkelorange bis rot. An Händen und Füßen zeigen sie Variationen von braun oder schwarz. Die Weibchen erreichen eine durchschnittliche Körperlänge von rund 49,5 cm, Männchen sind mit durchschnittlich 57,0 cm größer, was sich auch im Gewicht bemerkbar macht. Sie sind mit rund 6,2 kg deutlich schwerer als Weibchen, die im Durchschnitt nur 5,7 kg wiegen [12].
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) sind hauptsächlich Blätterfresser, aber in bestimmten Monaten des Jahres setzen sie verstärkt auf Samen. Möglicherweise werden diese konsumiert, um eine Änderung des pH-Werts im Vormagen zu vermeiden, auf den die dort lebenden Mikroben empfindlich reagieren konnen [4]. Maronenlanguren vermeiden überreife, saftige Früchte, da sie ein hohes Maß an organischen Säuren enthalten, die den pH-Wert des Vormagens stören und Azidose [?] hervorrufen können [7]. Sie ziehen junge Blätter älteren Blättern vor, darüber hinaus ernähren sie sich auch von Früchten mit großen Samen und wenig Fruchtfleisch, sowie von Blüten und Mark.
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) wurden dabei beobachtet, wie sie Teile von Termitenbauten zu sich nahmen, möglicherweise wegen der dort enthaltenen mineralischen Nährstoffe [6]. Kleinere Früchte, die an der Spitze eines Zweigs wachsen, werden durch Biegen des Zweigs direkt zum Mund geführt - größere Früchte werden mit den Händen gepflückt [13]. Die Blüten der Gattung Fagraea [?] werden im Stück gefressen, während von den Blüten der Gattung Deplanchea [?] nur die Blütenblätter verzehrt werden [12]. Die Unterart Presbytis rubicunda carimatae weist von allen Unterarten den größten Blätteranteil in der Ernährung auf [15]. Insgesamt konnten Forscher während eines einzigen Jahres über 102 Pflanzenarten ausmachen, von denen sich Maronenlanguren ernährten [3].
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) leben in sozialen Gruppen, die aus 2 bis 13 Affen bestehen können [3][13][6]. Gleich nach der ersten Nahrungsaufnahme in den Morgenstunden teilen sich die Gruppen zur weiteren Futtersuche in Untergruppen auf [13][5], welche sich am späten Nachmittag wieder zusammenfinden. Nachdem der Hunger des Vormittags gestillt ist, legt die Guppe um die Mittagszeit eine lange Ruhepause ein. Wenn Gefahr droht, ertönt ein Alarmruf und die erwachsenen Männchen führen die Gruppe aus dem Gefahrenbereich fort. In nicht allzu weiter Entfernung vom Gefahrenbereich erstarren die Gruppenmitglieder und verhalten sich mucksmäuschen still [13].
Das Revier einer jeden Gruppe hat einen Kernbereich, wo sich auch die Schlafstelle befindet - an ihren Rändern können sich die Reviere überlappen [13]. Die Reviergröße einer Gruppe variiert mit der Anzahl der Affen, kleinere Gruppen haben kleinere Reviere [13]. Die Flächen der beobachteten Reviere umfassten 37 - 84 ha. Innerhalb ihrer Reviere legen Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) bei der Nahrungssuche täglich 750 - 850 m zurück. Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) sind territoriale Primaten, die Gruppen von Artgenossen von ihren Revieren fernzuhalten versuchen [3]. Bei der Nahrungssuche schließen sie sich gelegentlich mit Hose-Languren (Presbytis hosei) zusammen. Solche gemischten Artengruppen sind bei einigen Primatengattungen recht häufig [12].
Das Paarungssystem der Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) ist polygyn [?] geprägt [13][5]. Die Gruppen setzen sich aus einem erwachsenen Männchen, einem oder mehreren Weibchen, sowie Jugendlichen und Kleinkindern zusammen [13]. Möglicherweise können sich Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) lediglich ein Männchen pro Gruppe nur aufgrund eines reduzierten Raubtierrisikos leisten [14].
Alle jungen Männchen verlassen kurz vor Eintritt ins Erwachsenenalter ihre Geburtsgruppe, auch einige Weibchen wandern ab [13]. Männchen können einzelgängerisch (solitär) oder in Junggesellengruppen umherstreifen, bevor sie eine eigene Gruppe gründen (indem sie subadulte oder jugendliche Weibchen entführen) oder andere Gruppen übernehmen (indem sie das ansässige Männchen herausfordern) [5]. Bei einer Gruppenübernahme folgen möglicherweise aus Angst vor Infantizid (Kindstötung) nicht alle Weibchen dem neuen Männchen, sondern bleiben beim alten, von dem in der Regel keine Gefahr ausgeht, da er mit großer Wahrscheinlichkeit der Vater der Kleinen ist [5]. Hinsichtlich des Zugangs zu Nahrungsressourcen gibt es unter den Weibchen keine Dominanzhierarchien [16], das Männchen verteidigt seine Weibchen, nicht aber die Nahrungsressourcen [12].
Primatologen unterscheiden 5 Unterarten [8][15]:
Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) werden wegen ihres Fleisches und zur Vervendung in der "traditionellen Medizin" gejagt. Eine weitere Gefahr geht vom Verlust ihres Lebensraumes durch die Abholzung der Regenwälder aus. Große Teile von Lebensraum sind bereits durch den anhaltenden Ausbau von Palmölplantagen verloren gegangen. Die Primaten sind aber gut anpassungsfähig und können auch in einigen sekundären Lebensräumen überleben [9].
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft Maronenlanguren (Presbytis rubicunda) wegen ihrer derzeit noch weiten Verbreitung als nicht gefährdet (Least Concern) ein [9].
[1] Bennett und Davies, 1994; [2] Chivers und Burton, 1988; [3] Davies, 1984; [4] Davies, 1986; [5] Davies, 1987; [6] Davies und Baillie, 1988; [7] Davies et al., 1988; [8] Groves, 2001; [9] Nijman, V. & Meijaard, E. 2008. Presbytis rubicunda. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.2. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 02 August 2010; [11] Payne et al., 1985; [13] Rowe, 1996; [13] Supriatna et al., 1986; [14] van Schaik und Horstermann, 1994; [15] Yanuar et al., 1993; [16] Yeager und Kirkpatrick, 1998.
