| IUCN Status |
||
| Vulnerable / gefährdet | ||
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| © Cede Prudente | ||
| Physiologie* | ||
| Gewicht: | 6,20 kg | 5,57 kg |
| Kopf-Rumpf: | 48,0 - 55,7 cm | |
| Schwanz: | 64,6 - 84,0 cm | |
| Ernährung | ||
| Blätter (65%), Samen und unreife früchte (30%), Blüten (2%), Kleine Tiere (Vogelküken), Vogeleier | ||
| Systematik | ||
| Unterordung: | Haplorrhini | |
| Teilordung: | Catarrhini | |
| Familie: | Colobinae | |
| Gattung: | Presbytis | |
| *Mittelwerte, Daten nach Rowe (1996) | ||
Hose-Languren (Presbytis hosei) sind baumlebende, tagaktive Primaten aus der Gruppe der Altweltaffen (Catarrhini). Sie sind auf der Insel Borneo heimisch, wo sie im Norden der malayischen Provinzen Sarawak und Saba, im Nordosten der indonesischen Kalimantan-Provinzen sowie im Sultanat Brunei verbreitet sind [4].
Primatologen unterscheiden 4 Unterarten [3]:
Hose-Languren (Presbytis hosei) leben in Tieflandregenwäldern und rund um den Mount Kinabalu in bergigem Gelände. Ihre Lebensräume befinden sich in Höhenlagen von Meeresspiegelniveau bis zu ca. 1.000 m Höhe, obwohl sie auch schon auf 1.600 m und möglicherweise höher gesichtet wurden [2].
Hose-Languren (Presbytis hosei) sind relativ kleine, schlanke Primaten, die durch eine hohe Stirn und einen nach vorne geneigten Kamm in der Mitte des Kopfes gekennzeichnet sind. Die Fellfarbe variiert mit der Unterart, ist aber auf dem Rücken überwiegend grau, auf Bauch und Brust weiß, und schwärzlich an Händen und Füßen. Das Gesicht ist rosa, mit einem ausgeprägten schwarzen Streifen auf jeder Wange. Kleinkinder sind weiß mit schwarzen Linien, die über den Rücken hinunter und über die Schultern verlaufen [6].
Hose-Languren (Presbytis hosei) erreichen eine Körperlänge (einschließlich Kopf) von 48 - 56 cm, der Schwanz ist 65 - 84 cm lang. Männchen sind mit rund 6,2 kg Körpergewicht etwas schwerer als Weibchen, die ungefähr 5½ bis 6 kg erreichen [7].
Hose-Languren (Presbytis hosei) halten sich weitgehend in den mittleren Schichten des Waldes auf, kommen aber gelegentlich auf den Boden, um Mineralien aufzunehmen. Sie sind vorwiegend Blätterfresser mit einem spezialisierten sackförmigen Magen und vergrößerten Speicheldrüsen, die dabei helfen, die Cellulose der Blätter aufzubrechen und zu verdauen. Abgesehen von Blättern ernähren sie sich auch von Früchten, Samen und Blüten. Gelegentlich ergänzen sie ihren Ernährungsplan mit kleinen Vögeln (Küken) und Eiern der Graukehl-Buschtimalie (Stachyris nigriceps) [?][2].
In der malayischen Provinz Sabah und im Sultanat Brunei bestehen die Gruppen der Hose-Languren (Presbytis hosei) aus sechs bis acht Individuen, aus Temburong [?] wurden Gruppengrößen bis zu 12 Individuen sowie einzelgängerische Affen gemeldet. Die sozialen Gruppen bestehen aus einem erwachsenen Männchen und mehreren erwachsenen Weibchen und deren Nachwuchs. Das Paarungssystem der Hose-Languren (Presbytis hosei) ist polygyn [?] geprägt. Die Weibchen bringen in der Regel pro Geburt ein einzelnes Junges zur Welt. Die Säuglinge werden im Alter von etwa 12 Monaten entwöhnt und sind im Alter von 4 bis 5 Jahren ausgewachsen und geschlechtsreif. Junge Männchen verlassen in diesem Alter ihre Geburtsgruppe [7][6][1].
Hose-Languren (Presbytis hosei) zeigen eine relativ hohe Toleranz gegenüber Störungen in ihren Lebensräumen. Die Jagd stellt die größte Gefahr für das Überleben der Art dar, der Jagddruck wächst mit der Anzahl der menschlichen Siedlungen, mit dem Vohandensein von Edelholzindustrie und der Nachfrage nach lukrativen "bezoar stones". Das sind die Gallensteine der Affen, denen magische Kräfte zugeschrieben werden und die für medizinische Zwecke oder als Pigment Verwendung finden. Der Affe muß dabei getötet und seziert werden, um an die Gallensteine zu gelangen, die aber natürlicherweise nicht jeder Affe hat. Hose-Languren (Presbytis hosei) werden auch wegen ihres Fleisches gejagt und auch nur zur Abschreckung, um die Ernte zu schützen [4].
Hose-Languren (Presbytis hosei) haben in den vergangenen 30 Jahren (=3 Affengenerationen) schätzungsweise 30 - 50% ihres Lebensraums verloren. Angesichts des anhaltenden Rückgangs der Populationen durch diesen umfangreichen Lebensraumverlust und angesichts der Bejagung, unter der die verbleibenden Bestände zu leiden haben, stuft die Weltnaturschutzunion (IUCN) Hose-Languren (Presbytis hosei) als gefährdet (Vulnerable) ein [5].
[1] Bennett und Davies, 1994; [2] Goodman, 1989; [3] Groves, 2001; [4] Nijman, 2004; [5] Nijman, V., Meijaard, E. & Hon, J. 2008. Presbytis hosei. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.2. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 02 August 2010; [6] Payne et al., 1985; [7] Rowe, 1996.
