Menschen (Homo)

IUCN Status IUCN - Least Concern
Least Concern / nicht gefährdet
Menschen (Homo)
Homo beim Fußballspiel
© SurfGuard, CC by-nc-sa
Physiologie* männlich weiblich
Gewicht: 55,0 kg 68,2 kg
Standhöhe: 145-182 cm 137-177 cm
Ernährung*
Opportunistische Omnivoren (Allesfresser), Selbstproduzenten der Nahrung durch Agrikultur, Jagd, Fischen, Haustierhaltung. Nahrungsmittel oft durch kulturelle Traditionen bestimmt.
Population**
Systematik
Unterordung: Haplorrhini
Teilordung: Catarrhini
Familie: Hominidae
Gattung: Homo
*Mittelwerte, Angaben nach Rowe,(1996)
** www.weltbevoelkerung.de

Der Mensch (Homo) ist heute der einzigste Überlebende eines einst artenreichen Stamms von ständig aufrecht gehenden Primaten aus der Familie Hominidae. DNA-Untersuchungen sowie fossile Belege deuten darauf hin, dass der moderne Mensch (Homo sapiens) vor etwa 200.000 Jahren in Ostafrika entstand.

Im Vergleich zu anderen Primaten haben Menschen (Homo) ein hoch entwickeltes Gehirn, das abstraktes Denken sowie Sprache und komplexe Problemlösungen ermöglicht. Diese geistigen Fähigkeiten sind einzigartig in der Tierwelt und kombiniert mit dem aufrechten Gang, der die Hände für mannigfaltige Aufgaben frei macht, ermöglichten sie es den Frühmenschen vor bereits 2,5 Millionen Jahren eine Werkzeugtechnologie zu entwickeln, die es seinesgleichen im Tierreich nicht wieder gibt. Das Verbreitungsgebiet der Menschen dehnt sich heute über die meisten Kontinente der Erde aus. Im Februar 2009 betrug die Zahl der Menschen auf der Erde 6,7 Milliarden Individuen.

Wie die meisten höheren Primaten verfügen Menschen (Homo) über eine komplexe Sozialstruktur. Menschen können vor allem aufgrund ihrer hochentwickelten Kommunikation — in erster Linie mit gesprocher Sprache, Gestik und Schrift — Erkenntnisse und Ideen mit anderen Individuen ihrer Art teilen. Menschen (Homo) verfügen über komplexe soziale Strukturen, die teils aus kooperierenden, teils aus konkurrierenden Gruppen bestehen. Die Spannweite reicht im Kleinen von Familien bis zu Nationen im Großen. Soziale Interaktionen zwischen Menschen (Homo) bestehen aus einer Vielzahl von Traditionen, Ritualen, Ethiken, Werten, sozialen Normen und Gesetzen, die zusammen die Grundlage der menschlichen Gesellschaft bilden. Menschen sind unter allen Lebewesen auf der Erde eine unverwechselbare Art, die einen besonderen Sinn für Schönheit und Ästhetik entwickelt hat, was letztlich auch zu einer hochentwickelten Kultur geführt hat. Kombiniert mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und dem verhälnismäßig großen Hirnvolumen führte dies zu Innovationen wie Kunst, Schrift, Musik und Wissenschaft.

Menschen (Homo) versuchen ihre Umwelt zu beeinflussen, indem sie natürliche Phänomene durch Philosophie, Kunst, Wissenschaft, Mythologie und Religion zu erklären versuchen. Diese natürliche Neugier führte zur Entwicklung von komplizierten Werkzeugen und Fähigkeiten. Obwohl Menschen nicht die einzige Art sind, die Werkzeuge gebrauchen, so sind die Beherrschung des Feuers, das Kochen von Nahrung und das Anfertigen von Kleidung einzigartig im gesamten Tierreich. Menschen geben ihre Fähigkeiten und Kenntnisse so präzise an die nächsten Generationen weiter, dass technische Innovationen mit großem Tempo voranschreiten.

Die Körpergröße der Menschen (Homo) variiert erheblich. Obwohl die Körpergröße weitgehend durch die Gene bestimmt wird, sind es aber auch Umweltfaktoren wie Ernährung oder Training, die einen deutlichen Einfluß haben. Die durchschnittliche Größe eines erwachsenen Menschen liegt bei etwa 1,50 bis 1,80 m, obwohl diese Zahlen von Ort zu Ort deutlich variieren können. Das durchschnittliche Gewicht eines erwachsenen Mannes liegt bei 76 - 83 kg, Frauen kommen auf durchschnittlich 54 bis 64 kg. Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind Menschen in der Lage, sich ständig aufrecht und auf zwei Beinen fortzubewegen, was ihre Hände frei für die Handhabung von Objekten macht.

Obwohl der Körper des Menschen (Homo) im Vergleich mit anderen Primaten haarlos erscheint, tritt bei ihm ein bemerkenswerter Haarwuchs auf den Kopf, den Unterarmen und bei Männern im Gesicht auf. Der durchschnittliche Mensch hat mehr Haarfollikel auf seinem Körper als ein durchschnittlicher Schimpanse. Jedoch sind menschliche Haare kürzer, sehr viel feiner und weniger pigmentiert, was sie schwerer sichtbar macht [1].

Der Farbton der menschlichen Haut und des Haars wird durch Pigmente bestimmt, genannt Melanine. Die Farbtöne der menschlichen Haut reichen von dunkelbraun bis hellrosa. Das Farbspektrum der menschlichen Haare reicht von blond über rot und braun bis schwarz[2]. Die Haarfarbe ist abhängig von der Melaninkonzentration im Haar, welche mit steigendem Alter abnimmt und so graues oder sogar weißes Haar verursacht. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass dunkle Haut eine Anpassung an erhöhte ultraviolette Sonnenstrahlung in den Tropen ist. Allerdings vermuten einige Wissenschaftler, dass bestimmte Hauttöne für eine Balance sorgen zwischen dem Vitamin-B-Komplex (Folsäure), der von zu großer ultravioletter Strahlung zerstört wird, und dem Vitamin D, das eine gewisse Menge an Sonnenlicht für seine Bildung benötigt [3]. Die Hautpigmentierung heutiger Menschen (Homo sapiens) korreliert je nach Sonneneinstahlung mit ihrer geografischen Verbreitung. Menschliche Haut hat darüber hinaus die Eigenschaft, sich bei intensiver ultravioletter Strahlung (z.B. im Sonnenstudio) zu verdunkeln.

Menschen (Homo) sind physisch sehr viel schwächer als andere Menschenaffen, so erreichen junge, trainierte, männliche Menschen nicht einmal die Körperkraft eines weiblichen Orang-Utan, welche mindestens drei Mal stärker sind [4].

Menschen (Homo) haben proportional kürzere Gaumen und viel kleinere Zähne als andere Primaten. Sie sind die einzigen Primaten mit erheblich verkürzten Eckzähnen. Menschen haben charakteristische Zahnkronen und verlieren in hohem Alter auch ihre Weisheitszähne, die bei einigen Individuen erst garnicht hervorbrechen.

Die Physiologie ist die Wissenschaft der mechanischen, physikalischen und biochemischen Funktionen des menschlichen Körpers, sowie dessen Organe und Zellen, aus denen er zusammengesetzt ist. Der wichtigste Fokus der Physiologie liegt auf der Ebene der Organe und Systeme. Die meisten Aspekte der menschlichen Physiologie sind eng mit der Physiologie anderer Primaten verknüpft. Anatomie und Physiologie sind eng verwandte Wissenschaften, so studiert die Anatomie die Form, und die Physiologie die Funktionen des Körpers. Beide sind untrennbar miteinander verknüpft und werden gemeinsam an den Schulen und Universitäten gelehrt.

Menschen (Homo) sind eine eukaryontische Spezies. Jede Zelle des menschlichen Organismus besitzt zwei Gruppen aus 23 Chromosomen, die von jedem Elternteil vererbt werden. Es gibt 22 unspezifische Paare von Chromosomen und ein geschlechtsspezifisches Paar. Wie bei allen anderen Säugetieren wird das Geschlecht eines Menschen durch seine Chromosomen bestimmt. Frauen besitzen eine XY-Kombination, Männer eine XX-Kombination, was bedeutet, dass z.B. Erbkrankheiten, die auf dem X-Chromosom basieren (wie z.B. Hämophilie) bei Männern öfter auftreten als bei Frauen. Nach derzeitigen Schätzungen besitzt ein Mensch rund 20.000–25.000 Gene.

[1] Why Humans and Their Fur Parted Way by Nicholas Wade, New York Times, August 19, 2003

[2] Rogers, Alan R., Iltis, David & Wooding, Stephen (2004). "Genetic variation at the MC1R locus and the time since loss of human body hair". Current Anthropology 45 (1): 105–108. doi:10.1086/381006

[3] Jablonski, N.G. & Chaplin, G. (2000). The evolution of human skin coloration (pdf), 'Journal of Human Evolution 39: 57–106

[4] Schwartz, Jeffrey (1987). The Red Ape: Orangutans and Human Origins. Cambridge, MA: Westview Press. pp. 286. ISBN 0813340640.

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